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Mainzer Klepper-Garde 1856 e. V

Johannes-Kepler-Str. 6
55129 Mainz

Telefon: 06131 / 63 23 11
Telefax: 06131 / 61 42 29
e-mail: mkg@mkg1856.de
URL: www.mkg1856.de

 

Zweitälteste Garde in Mainz. Sie wurde von zwei ehemaligen Ranzengarde-Mitgliedern gegründet, mit dem weitsichtigen Ziel, Mainzer Buben (!) „als wohlgeordnete Gruppe in die Armee des närrischen Prinzen“ einzugliedern. Erst nach 1927 wurden auch Mädchen in die Garde aufgenommen.

 

Die einfache Uniform, bei der Papierschnitzel in den vier Fastnachtsfarben auf einen Anzug genäht wurden, ist noch heute in Ihrer Grundkonzeption erhalten. Lediglich das Material – Papier – wurde durch haltbarere und vor allem durch wasserfeste Stoffe ersetzt.

 

Ihr Namewurde von einem seinerzeit sehr beliebten und ganz einfach aus dem Holz von Zigarrenkisten herzustellendem Lärminstrument, der „Klepper“, abgeleitet. Es war selbstverständlich, dass jeder Mainzer Junge damals auch „kleppern“ konnte. Dies ist zwar heute kaum noch der Fall, doch durch den jährlich stattfindenden Klepperwettbewerb wird diese Tradition hochgehalten. Auch die Jugendarbeit der Garde hat ihren hervorragenden Platz in der Mainzer Fastnacht behauptet, wie es seit1969 in der Sitzung „Jugend in der Bütt“ zum Ausdruck kommt.

 

Über die Jugend wurden auch immer die Eltern in das närrische Geschehen mit eingebunden. Der Komponist des 1857 übernommenen und auch heute noch aktuellen Gardemarsches „Alle echte Meenzer Bube, die sind bei de Kleppergard“ ist unbekannt. Auch der Text wurde – obwohl inzwischen eine große Anzahl junger Mädchen der Garde angehören – nicht geändert.

 

Bedingt durch die Zielgruppe schwankte die Mitgliederzahl stärker, als bei anderen Garden. Zur Zeit liegt sie bei ca. 400. Der bekannteste Klepperbub war Carl Zuckmayer.

 

Historie:

 

Das fastnachtliche Treiben war Anfang der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts so bunt ausgelassen, dass es 1837 notwendig wurde, einen ersten geordneten Zug zu bilden den sogenannten "Krähwinkler Landsturm". Im gleichen Jahr wurde auch die erste Garde gegründet, die Mainzer Ranzengarde, damals genannt Mainzer Ranzengardebatallion. 1838 gründeten dann Männer wie Dr. Zitz, Karl Michel, Nicolaus Krieger und Karl Zulehner den Mainzer Carneval Verein (MCV). Es war die Zeit der politischen Überwachung, das freie Wort war verboten, die Zeitungen wurden zensiert, demokratische Bestrebungen jeglicher Art wurden von den Fürsten verboten. Was lag näher, als unter der Tarnung der Narrenmütze die unerträglichen Verhältnisse dieser Zeit anzuprangern und zu verurteilen!

 

1856 sammelte Karl Dremmel die Mainzer Buben, die Jugend beteiligte sich erstmals an einem Umzug. Das war neu! Aus welchen Gründen auch immer, die Teilnahme von Kindern an einem Umzug war 1843 durch einen Beschluss vom MCV abgelehnt worden. Tatkräftig unterstützt wurde Karl Dremmel von Peter Sonn, der mit ihm ebenso als Begründer der MKG angesehen werden darf. 

 

Neben der MKG marschierten auch die Haubinger mit, die dann 1857 als Garde gegründet wurde. Das Auftreten der "Klepperbuben" fand nicht nur eine weithin große Anerkennung, sondern vertiefte auch die Verbundenheit der gesamten Bevölkerung mit der Fastnacht, waren doch bei über eintausend Mitwirkenden mittelbar jetzt mit dem Zug  verbunden. 

 

Bereits Wochen vor dem Umzug klang das Kleppern durch alle Gassen, Jubel und Fröhlichkeit verbreitend bis schließlich, angeführt vom Urnarr Karl Dremmel auf dem "Schockelgaul" die Schnitzelbajassen wohl geordnet und singend den Zug bereicherten und an hervorragender Nr. 3 anführten. 
War die Mitgliedschaft in der Garde früher nur Buben gestattet, öffnete sich die Garde im Laufe der Zeit auch dem weiblichen Geschlecht. 

 

Tragen andere Garden in Mainz  sehr oft farbenprächtige Uniformen, die meist historischen Vorbildern nachempfunden sind, zeigt sich die Mainzer Klepper-Garde im vierfarbbunten "Schnitzel-Bajazz". Diese Art der Kostüme sind in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht sehr bekannt. Vermutlich hatten Schwarzwald-Flößer, die auf ihren Reisen rheinabwärts immer wieder in Mainz Station machten, diese Kostüme nach Mainz gebracht. In den Anfängen bestand die Uniform aus selbst hergestellten vierfarbigen (rot, weiß, blau und gelben) Papierschnitzeln, die auf die Kleidung aufgenäht wurden. Mittlerweile ersetzte man sie durch Filzstreifen.

10.10.13 11:29


„Legendäre“ Büttenrede Narhalla-Marsch

Vorwort:

Es heißt, dass dieser Vortrag 1995 in Flörsheim am Main gehalten wurde: Der Redner musste nach dem Vortrag unter Polizeischutz rausgebracht werden und die Sitzung wurde vorzeitig beendet. Die Geschichte vom Polizeischutz etc. ist leider eine "urban legend". Tatsächlich wurde diese Büttenrede nie gehalten, sondern ist das Produkt eines Kabarettisten.

Vortrag:

Alaaf und Helau! - Seid ihr bereit?
Willkommen zur Beklopptenzeit!
Mer kenne des aus Akte X,
doch Mulder rufe hilft da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötzlisch ist dann Karneval!

Uff einen Schlach werdn alle dämlisch,
denn das befiehlt das Datum nämlisch!
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idiotenplage,
eine Verschwörung, blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.
Ei wahre Ausgeburt der Hölle,
und Ausgangspunkt davon ist Kölle!

Denn dort gibts nisch nur RTL,
das Fernseh-Einheitsbrei-Kartell,
sondern aach jede Menge Jecken,
die sisch auf Nasen Pappe stecken,
in Teufelssekten sich gruppieren
danach zum Elferrat formieren
und dann muss selbst das dööfste Schwein
dort auf Kommando fröhlisch sein.

Auf einmal tun in allen Ländern
die Leude sisch ganz schlimm verändern
Sie gehn sisch hemmungslos besaufe
und fremde Mensche Freibier kaufe
schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
betatsche Jungens und aach Mädel
und tun eim jede, den sie sehen,
ganz fuschtbar uff de Eier gehen!

Sie tun nur noch in Reime spreche
und sind so witzisch, man könnt breche,
bewege sisch in Polonäsen,
als trügen sie Gehirnprothesen,
man möschte ihnen - im Vertrauen -
am liebsten in die Fresse hauen!

Doch was soll man dagege mache?
Soll man vielleicht noch drüber lache?
Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
man kann sisch nich mal gegen impfe,
die Macht der Doofen ist zu staak,
als dass man sisch zu wehrn vermag!

Am besten ist, man bleibt zu Haus
und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
Man schließt sich ein paar Tage ein
und lässt die Blöden blöde sein!
Der Trick ist, dass man sich verpisst
bis widder Aschermittwoch ist!

Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit so nem Pappnasengeschwür,
und sagt statt Hallo nur Helau,
dann dreh sie um, die dumme Sau,
und tritt ihr kräftisch in den Arsch und ruf dabei:

Narrhalla-Marsch!

Vielen Dank 

9.10.13 22:45


Die Fastnachtsbeichte

Eine Verfilmung der Novelle "Die Fastnachtsbeichte" von Carl Zuckmayer. Ein mysteriöser Mordfall vor dem Hintergrund der Mainzer Fastnacht von 1913. In den Hauptrollen unter anderem damals war Götz George. Wird heute noch häufig von den Dritten-Programmen in zur Fastnachtszeit gesendet. 

Mainz zur Karnevalszeit im Jahr 1913: Während der Beichte wird im Dom ein junger Mann ermordet. Die Untersuchung des Falls wird einer ganzen Familie zum Schicksal und enthüllt ein dichtes Netz menschlicher Verstrickung und Schuld.

BRD 1960, 99 Min.
Regie: William Dieterle
Buch: Kurt Heuser
nach einer Erzählung von Carl Zuckmayer
Unter anderem mit: Hans Söhnker, Gitty Daruga, Götz George, Friedrich Domin

Handlung:

Am Nachmittag des Fastnachts-Samstag 1913 betritt ein Mann in Dragoneruniform den Mainzer Dom, um zu beichten. Aber schon nach dem ersten Satz bricht er tot zusammen. Wie sich herausstellt wurde er, ohne dass er es selbst zunächst bemerkte, mit einem dünnen Dolch in den Nacken gestochen, noch bevor er den Dom betreten hatte. Am Abend des gleichen Tages bekommt der Dragonerleutnant Jeanmarie de Panezza, Sohn einer reichen, angesehenen Mainzer Familie, Besuch von seiner Kusine Viola Moralter aus Sizilien, die er seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen hat. Viola wirkt verstört und scheint überrascht, als sie Jeanmarie sieht.

Kurz nach dem Mord wird in einem Bordell in der Kappelhofstr. wurde ein betrunkener junger Mann verhaftet, der sich dadurch verdächtig machte, dass er eine große Geldsumme und eine Pistole bei sich führt. Dieser Clemens ist ebenfalls beim Dragoner-Regiment und der Sohn einer Frau namens Bäumler, die gelegentlich für die Familie Panezza als Hilfskraft arbeitet und die die Milchamme von Jeanmarie gewesen war. Bei den anschließenden Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Ermordete Ferdinand war, ebenfalls ein Sohn dieser Frau. Ferdinand war wegen einer Unterschlagung zur Fremdenlegion geflohen und dort angeblich umgekommen. Tatsächlich hatte er aber seinen Tod nur fingiert und war nun nach Mainz zurückgekehrt. Panezza gesteht einem Vertrauten, dass dieser Ferdinand sein illegitimer Sohn war, den er mit der Bäumler gezeugt hatte, als sie als Amme im Haus lebte.

Ferdinand hatte sich nach seiner Desertation von der Fremdenlegion als sein Bruder Jeanmarie ausgegeben. Unter diesem Namen besuchte er Viola in Sizilien, die ihn zuletzt als Kind gesehen hatte und sich jetzt unsterblich in ihn verliebt. Nachdem er ihr wertvollen Schmuck unter einem Vorwand abgenommen hat, verschwindet er spurlos. Viola ahnt, dass er nach Mainz geht und folgt ihm. Auf die Reise nimmt sie einen verwachsenen Mann namens Lolfo mit, der der unehelich mit einer Bäuerin gezeugte Sohn ihres Vaters und ihr selbst treu ergeben ist. Tatsächlich ist Ferdinand nach Mainz gegangen, um seinen Vater Panezza zu erpressen. Er hatte zunächst seinen Bruder Clemens aufgesucht und ihn aufgefordert, mit ihm nach Amerika auszuwandern. Um nicht erkannt zu werden, hatte er mit Clemens die Kleidung getauscht, sodass er nun die Uniform und Clemens den Anzug mit dem Geld aus dem Erlös des unterschlagenen Schmucks trug. Lolflo, der mit Viola am gleichen Tag in Mainz eintrifft, erkennt Ferdinand in der Menge. Er folgt ihm bis vor den Dom und ersticht ihn dort aus Eifersucht und um Viola zu rächen.

9.10.13 22:31


Die Bütt

Die Bütt ist ein in Mainz in Fassform gestalltes Rednerpottest. Hier hat jeder Redner die "Narrenfreiheit" das zu sagen was er vielleicht im Alltag nicht gesagt hätte. Und so wird hier so mancher Person des öffentlichen Lebens im wahrsten Sinne des Wortes der "Kopf gewaschen".

Im Laufe der Zeit gaben einige Vereine der Bütt das Aussehen einer Eule, dem Symbol der Weisheit.

9.10.13 22:19


Die Zahl ELF

Die Zahl ELF ist in der Mainzer Fastnacht stark verankert und begegnet uns in unzähliger Art und Weise. So gibt es in Mainz bei allen Sitzungen einen Elferrat und beginnen diese, wie die Vielzahl an Umzügen, um 11 Minuten nach der vollen Stunde.

Neben vielen Theorien woher diese Zahl stammt ist wohl am wahrscheinlichste, dass diese stark mit der Mainzer Republik von 1792-93 zusammenhängt. Damals gründete sich im französisch besetztem Mainz nach Vorbild des Pariser Jakobinerklubs die "Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit" um das demokratische Denken, wie es bereits durch die Revolution in Frankreich existierte, voranzutreiben.

Als schließlich deutsche Truppen die damalige Festung Mainz wieder zurückeroberten wurde dieses revolutionäre Gedankengut verboten. Damit sich die Mitglieder der nun verbotenen Jakobinervereinigung mit ihrem freiheitsliebenden Gedankengut aber weiter erkannten dachte man sich als "Erkennungssymbol" die Zahl 11 aus. Dahinter versteckte sich die von der französischen Revolution geprägten Begriffe E-galité (Gleichheit), L-iberté (Freiheit) und F-raternite (Brüderlichkeit)
9.10.13 22:17


Die Rekrutenvereidigung

Die Rekrutenvereidigung ist in der Mainzer Fastnacht ein ganz besonderes Ereignis von und für die Garden. Leider sind die Vereidigungsformel und die Lieder hierzu nicht sehr gut bekannt. Ein Mangel, dem nunmehr abgeholfen wird. Nachdem die närrischen Rekruten unter Anführung der Mainzer

Ranzengarde das närrische Staatstheater erreicht haben, werden sie vom Generalfeldmarschall der Mainzer Prinzengarde vereidigt:

 
Schwört, daß ihr
unseren Prinzen Karneval treu verteidigen wollt. Zu Land, zu
Wasser und in der Luft.
Wir schwören.
 
Schwört, daß ihr den alten Gardeschwur nicht vergessen wollt: Die Garde trinkt, aber sie übergibt sich nicht.
Wir schwören.
 
Schwört, daß ihr euch nit fercht, nit vor de größte Schoppe, nit vor de dickste Werscht.
Wir schwören.
 
Wiederholt mir das Feldgeschrei: Weck, Worscht un Woi.
Weck, Worscht un Woi.
 
Wiederholt mir den Schlachtruf: Määnzer Blut is kää Buttermilch.
Määnzer Blut is kää Buttermilch.
 
Dann stimmen alle in das Loblied auf „Beern“ und „Lackwerje“
auf Beeren
und Zwtschenmus ein:
Und wir esse Beern,
und wir trinken Beern,
und wir habe Beern
for uff ́s Brot zu schmeern.
Darum Vivat Lackwerje,
Hesse - Darmstädter sein mir.....
9.10.13 21:53


Mainzer Freischützen Garde 1901 e.V.

Mainzer Freischützen Garde 1901 e.V.

Boppstraße 46
55118 Mainz

Telefon: 06131 / 67 62 93
Telefax: 06131 / 603 55 16
e-mail: vorstand@mainzer-freischützen-garde.de
URL: www.mainzer-freischuetzen-garde.de

Die Freiheitskämpfe der Buren in Südafrika gegen die Engländer der Anlass zur Gründung der "Buren-Garde" durch Johann Petry. auch die damalige Unifor-mierung mit braun-geigen Anzügen, Südwester-Schlaphüten und auffälligen Patronengruten deutete auf den gleichen Ursprüng hin.

Wie bei fast alle Garden kam es auch hier nach Jahren der "Stille" erst im Jahre 1911 zur Wiedergründung unter dem neuen Namen Freischützen-Garde. Die Garde war über lange Zeit - namensgetreu - stark wie ein Schützenverein (Preisschiesen) ausgerichtet. So wurde auch der Schlachtruf "Gut Schuss" gepflegt.

Die heutige Uniform ist ohne direkten historischen Bezug - man kann aber anehmen, dass das "grün", das allgemeine "schützengrün", wie es auch heute noch bei den reinen Schützenvereinen üblich ist. Lediglich die Hutform erinnert noch etwas an die ursprüngliche "Erstgründung".

 Als Gardemarsch fungiert "Weidmannsheil" von A. Reckling. Die Garde hat ca. 260 Mitglieder.

Geschichte der Mainzer Freischützen-Garde

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lagen die Sympathien der Narrhallesen eindeutig auf Seiten der Buren, die im Kampf gegen die Engländer standen. Die damalige Szenerie in der Narrhalla wurde von den Gedanken an die Buren beherrscht. Das wird wohl der auslösende Funke gewesen sein, die "Burengarde" zum Leben zu erwecken.

Ein fröhlicher Kreis von Männer, die seit Jahren schon beim "Ruderclub Germania Kastel" aktiv waren, entschlossen sich 1901 die "Burengarde" zu gründen und als "Buren" in khakifarbenen Uniformen, Schlapphüten und Patronengürteln beim Rosenmontagszug teilzunehmen. Leider konnte dieses Vorhaben nicht umgesetzt werden, da in diesem Jahr kein Rosenmontagsumzug in Mainz stattfand - aber in Kastel gab es einen Umzug und daran nahm man als Verstärkung der Jokusgarde teil.

1902 wurde der Garde die erste richtige Beurteilung für ihr Auftreten am Rosenmontag zuteil, wobei sie neben der Prinzen- und Ranzengarde besonders herausragte und von seiten des Publikums besondere Ovationen bereitet wurden.

Zwischen 1902 und 1904 wuchs die Garde bereits auf 60 Mann und verfügte auch über ein Musikcorps.

1911 - Ein neuer Name der kommen mußte - die Buren waren nicht mehr aktuell und es waren andere Dinge in den vergangenen Jahren dazugekommen. Durch Bundesschieße und diverse Schützenfeste war der Schießsport populär und man hat auch dem Schießsport gefrönt. Daraus wurde die "Mainzer Freischützen-Garde" in prunkvollen "schützengrünen" Uniformen geboren. Nur der standesgemäße Burenhut - Südwester - genannt, blieb erhalten. Als Emblem wurde auch eine Schießscheibe mit gekreuzten Gewehren gewählt - dieses wurde 1975 durch den Fastnachtsbrunnen, dem Mainzer Rad flankiert mit einem Freischütz und einer Marketenderin abgelöst. Die erste kleine Sitzung fand dann 1925 im festen Gardequartier in einem Wirtshaus statt.

1931 feierte die Garde ihr 30jähriges Bestehen. Unter dem neuen Vorsitzenden Wilhelm Hartmann gewann die Garde immer mehr Mitglieder. Gemeinsam mit anderen Garden rückten diese im Jahr 1939 noch einmal für die Fastnacht aus. Während des 2. Weltkrieges ruhten dann die närrischen Aktivitäten; die Gardisten trafen sich jedoch weiterhin in "zivil".

Nach Ende des zweiten Weltkrieges machte die Mainzer Freischützen-Garde für eine Weile ihrem Namen alle Ehre. Wo die einen Gardisten zum närrischen Feuerwerk einluden, trafen sich die anderen zum Preisschießen mit Kleinkaliber- und Luftgewehr. Später verließen die schießenden Gardisten die Garde und gründeten den "Schützenclub Waidmannsheil".

Der Neuanfang begann 1949. Auf Kredit besorgten sich die Gardisten Stoffe für einige Uniformen. Noch 1951 marschierte die Garde nur teilweise mit Uniformen ausgestattet beim Rosenmontagszug mit. Der Rest trug gewöhnliche Kleidung. Aber der Grundstein für den Neubeginn war gelegt.

1952 wurde das Trommlercorp ins Leben gerufen. Beim Rosenmontagszug im selben Jahr waren dann erstmals zwei Musikzüge unterwegs.

Die erste Nachkriegssitzung der Garde ging 1954 im "Schlacht und Viehhof" über die Bühne. In diesem Jahr schickte die Garde auch ihren Fanfarenzug an den Start.

1959 wagte die Garde für die Sitzung mit Damen den Sprung in den kleinen Saal des "Kurfürstlichen Schloßes". Ein erfolgreicher Sprung wie sich herausstellte. Die Sitzung fand so guten Anklang, daß die Garde auch in den kommenden Jahren zu Spaß und Narretei ins Schloß einlud.

1969 wurde auf Initiative des Sitzungspräsidenten August Lein der "Senat" mit elf Mitgliedern gegründet.

1976 war wieder ein großes Jahr für die Mainzer Freischützen-Garde - sie feierte ihren 75. Geburtstag. Die traditionelle Gardesitzung fand erstmals im großen Saal des "Kurfürstlichen Schloßes" statt und war bis auf den letzten Platz ausverkauft. An den Fastnachtstagen marschierten die Freischützen mit zwei Musikzügen durch das närrische Treiben. Sogar ein Motivwagen der die Entwicklung der Garde aufzeigte, war beim Rosenmonagszug dabei.

Die Freischützen-Garde war auch die erste Garde in Mainz, die auch weibliche Mitglieder willkommen hieß. Und bereits 1978 wurden erstmals Damen in den Senat aufgenommen. Eine Entscheidung die sich bis in die Gegenwart bewährt hat.

1991 konnte die MFG noch ihr Ordensfest zur Ausgabe der Orden im Haus der Jugend feiern. Kurz danach wurde die Kampagne wegen des Golfkrieges abgesagt.

1992 konnte auf Drängen der Jugend nach langer Vorarbeit und Abstinenz wieder ein Trommlercorp mit 15 Mitgliedern gegründet werden.

2001 feierte die Garde ihr 100jähriges bestehen. Bereits im November 2000 begann die Jubiläumsfeier mit einer Ausstellung über die Garde im Foyer des Mainzer Rathaus. Zum 100jährigen gab es unter anderem einen Jubiläumsempfang und die Jubiläumssitzung im Kurfürstlichen Schloß zu Mainz.

2002 H.-Rainer Bärwald übernimmt das Amt des Protokolls bei der Gardesitzung der MFG.

2003 gibt Sitzungspräsident Michael Marxen nach 25 Jahren sein Amt ab. Hans-Jürgen Gros übernimmt das Amt des Sitzungspräsidenten.

2004 tritt H.-Rainer Bärwald die Nachfolge von Karl Stark als kommandierender Offizier der Garde an.
Karl Stark führte dier Mainzer Freischützen-Garde 30 Jahre als kommandierender Offizier an.
Für diesen Verdienst wurde Karl Stark beim Offiziersempfang der Garde mit der Verleihung des "Leporellos" durch die Stadt Mainz geehrt.
Auch der Bund Deutscher Karneval ehrte Karl Stark mit dem goldenen Verdienstorden.

2006 kehrte die Garde zu ihren ursprünglichen Wurzeln zurück. Jedes Jahr im Sommer veranstaltet die MFG ein Gardeschiessen beim "SC Waidmannsheil".

2008 wurde Frau Marlies Pohl zur Senatssprecherin der Garde gewählt.

2009 nach 23 Jahren gibt Manfred Geißelbrecht sein Amt als 1.Vorsitzender der Mainzer Freischützen-Garde ab. Bei der Jahreshauptversammlung im April 2009 wird H.-Rainer Bärwald zum neuen 1.Vorsitzenden der MFG gewählt. Neuer 2.Vorsitzender wird Stefan Sisnowski.

2012 in dieser Kampagne feiert die Mainzer Freischützen-Garde ihr 111 jähriges bestehen.
Einer der Höhepunkte in dieser Kampagne ist eine Benefizveranstaltung vor dem Mainzer Staatstheater in Zusammenarbeit mit dem Radiosender RPR1.
Der Senat organisiert einen Verkauf von Weck, Worscht und Woi. Der Erlöß ging an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Heute zählt die Garde 350 Mitglieder, von denen aktiv 250 Mitglieder am Rosenmontagszug marschieren.

Die Uniform der Garde besteht heute aus dem vierfarb befederten und mit Pelz besetzten "Südwester" - Hut. Die grüne Jacke ist mit rotem Brustbesatz, roten Ärmelstulpen, gelben Kragen und Tressen ausgestattet. Zur männlichen Uniform gehört eine blaue Tressen besetzte Reithose mit schwarzen Stiefel und Koppel. Zur Damenuniform gehört ein blauer Tressen besetzter Rock und weiße Stiefel. Zu den Offiziersuniformen gehört noch ein mit Pelz besetztes Cape.

 

9.10.13 21:41


Närrisches Grundgesetz der Mainzer Fastnacht

Auftakt der Kampagne ist traditionell am 11. November. Das närrische Grundgesetz wird verkündet und auf dem Schillerplatz spielen die Fastnachtsgarden im Takt des berühmten Narrhalla-Marsches das Ritzamban. 

Präambel

Unsere goldige Mainzer Fastnacht soll für alle nachfolgenden Generationen und für alle vorausgegangenen Generationen als das schönste, größte und auch älteste Volksfest erhalten bleiben. - Wer an Fastnacht Feste feiert, der darf auch feste arbeiten.

Artikel 1

Die Würde eines jeden Narren ist unantastbar. Jeder Mainzer Bürger ist zur Erhaltung der Narrenfreiheit aufgerufen. Alle, auch unsere Beamten, die Behörden und natürlich auch die Stadtverwaltung haben das närrische Treiben zu erdulden. Denn die Fastnachter lassen sich für ihre Narrheiten nicht bezahlen.

Artikel 2

Alle Narren sind gleich, ob Gardist oder Feldmarschall, ob Präsident oder Büttenschieber. Denn es ist ja nur ein Spiel, das zur 5. Jahreszeit aufgeführt wird. Doch auch bei einem Spiel hat jeder seine Pflichten. Es soll niemand wegen Humormangel benachteiligt oder wegen seiner Wichtigtuerei bevorzugt werden.

Artikel 3

Jeder Narr ist frei. Aber die Freiheit endet dort, wo des anderen Narren Freiheit beginnt. Die Narren wollen miteinander und nicht gegeneinander feiern.

Artikel 4

Jeder Narr und jede Närrin sollen ihre Fröhlichkeit nicht im Alkohol, sondern im gemeinsamen erleben finden. Gelobt sei jeder Narr, der auch im nüchternen Zustand närrisch ist. - Prost!

Artikel 5

Alle Gardisten, Büttenredner, Fahnenschwenker, Komiteeter, Schellkopfträger, Fastnachtssänger, Liederdichter, Ballettmädchen, Scheierborzeler und Schnorrer stehen unter dem Kommando des Prinzen Karneval im Namen von Gott Jokus. Hierüber wacht das kritische Mainzer Volk durch regen Besuch der Sitzungen, der Bälle, der närrischen Umzüge und der Straßenfastnacht.

Artikel 6

Alle geborenen und alle gelernten Mainzer sollen sich während der närrischen Tage kostümieren und närrisch geben, auf dass die Tradition erhalten bleibt. Die Narrenflagge, mit der wir unsere Fenster und Straßen schmücken, ist rot-weiß-blau-gelb.

Artikel 7

Die Fastnachtsvereine, ob Garden oder Korporationen müssen unsere Fastnacht gegen Mucker und Philister schützen und dafür sorgen, dass die Narren dem Volk auf´s Maul schauen und des Volkes Meinung kundtun.

Artikel 8

Das Nationalgericht ist „Weck - Worscht - Woi". Denn Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wir lassen uns auch das beste Essen nicht zweimal durch den Kopf gehen. Und wir trinken nicht mehr als unser Portemonnaie verträgt. - Gott Jokus ist unser Leber gnädig.

Artikel 9

Der närrische Gruß vom 1. Januar bis zum Aschermittwoch heißt „Helau" Er ist möglichst oft und laut zu rufen oder zu singen.

Artikel 10

Von Neujahr bis zum Aschermittwoch können alle Mainzer/Innen zu närrischen Diensten verpflichtet werden. Wer den Einsatz an Konfettikanonen oder Holzgewehren aus Gewissensgründen verweigert, kann einen Ersatzdienst als Büttenredner oder Sänger leisten, soweit dies dem Volk zuzumuten ist.

Artikel 11

Wir wollen uns nicht zu ernst nehmen. Denn jeder von uns ist nur ein kleiner Teil unserer Fastnacht. Miteinander wollen wir fröhlich sein. Es lebe die Fastnacht.

(von H. Schenk - überarbeitet von C. v. Opel)
Gegeben zu Mainz, den 11.11.2000
9.10.13 21:21





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